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Einsatz-PKW

„Einige Kräfte rücken nun wie der Notarzt direkt zur Unfallstelle aus – Umweg über Wache entfällt“ titelte die Zeitung am 1. April 2005, und es war keineswegs ein Aprilscherz. Seit über zehn Jahren ergänzen drei Einsatzkräfte mit Einsatz-PKW tagsüber den ersten Abmarsch und sparen so wertvolle Zeit. Als Nebenprodukt sind die „First Responder“ in Heiligenhaus entstanden.


Die Fragen sind so aktuell wie nie

Wie kann eine Freiwillige Feuerwehr wie in Heiligenhaus fristgerecht, schnell und mit genügend Kräften zur Stelle sein, wenn es nötig ist? Diese Frage beschäftigte den Rat und die Verwaltung bereits im Jahr 2004, als der erste Brandschutzbedarfsplan der Stadt Heiligenhaus beschlossen wurde. Hierin wurde festgeschrieben, dass bei zeitkritischen Einsätzen, wie z.B. einem Zimmerbrand in einer Obergeschosswohnung, acht Minuten nach Alarmierung mindestens neun Kräfte am Einsatzort sein müssen. Nach weiteren fünf Minuten müssen mindestens weitere fünf Helfer da sein. Bedingt durch Wetter/ Witterung oder schwieriges Gelände darf das gesteckte Ziel nur in 10 % der Fälle außer Acht gelassen werden.

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Weg über das Feuerwehrhaus entfällt

Die Feuerwehr Heiligenhaus ist eine rein ehrenamtliche Feuerwehr, bei Einsätzen müssen die Wehrmänner und –frauen zuerst von ihrem Wohnort oder Arbeitsplatz zu den Feuerwehrhäusern kommen – hierbei geht jede Menge Zeit verloren. Zudem arbeiten viele Angehörige der Feuerwehr auswärts, so dass es tagsüber länger dauert, bis ein Fahrzeug ausrücken kann.

Als die Feuer- und Rettungswache 1982 gebaut wurde, gab es noch keine Brandschutzbedarfsplanung, keine Schutzziele und die Verkehrswege in der Stadt sahen noch ganz anders aus. Aus heutiger Sicht müsste der Bau einer Feuer- und Rettungswache nicht mehr am heutigen Ort erfolgen, sondern zentraler in der Stadtmitte.

Um der Herausforderung gerecht zu werden, führte Heiligenhaus als erste Stadt in NRW das System der „Einsatz-PKW“ (EPKW) ein. Drei Mitglieder der Einsatzabteilung führen einen Feuerwehr-PKW in ihrem Berufs- und Privatleben nach einem Dienstplan mit sich und sind jederzeit für die Feuerwehr abrufbereit.

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Im Einsatz nie ohne Löschfahrzeug

Bei einem zeitkritischen Alarm rücken von der Feuer- und Rettungswache Angestellte der Technischen Betriebe (zugleich Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr) mit dem Löschfahrzeug zur Einsatzstelle aus. Die Fahrer der EPKW werden gleichzeitig alarmiert und fahren mit Blaulicht ebenfalls direkt zum Einsatzort - ihre Schutzkleidung haben sie im Auto dabei. Sie sparen so wertvolle Zeit, denn sie müssen sich nicht erst zur Wache begeben, sich dort ausrüsten um dann wieder mit einem Fahrzeug auszurücken. 

Seit Dezember 2015 mit Allrad unterwegs

2015 stand die nötige Ersatzbeschaffung der drei PKW ins Haus. Aus den Erfahrungen der letzten zehn Jahre wurde das Pflichtenheft der Fahrzeuge ergänzt. Die wichtigste Änderung betraf das Fahrgestell: Dieses sollte nun allradgetrieben sein. „Wir haben in der Stadt Höhenunterschiede von fast 200 Metern, hinzu kommen viele schwer erreichbare Gehöfte und unwegsames Gelände. Unsere Forderung ist ganz klar: Wo das Löschfahrzeug hinkommt, muss auch der PKW hinkommen.“, erklärt Heis. „Zudem haben wir gemerkt, dass der Stauraum für die nötige Ausstattung nicht ausreicht.“

  • Ausstattung

    In jedem Fahrzeug wird mitgeführt:

    • Feuerwehrhelm
    • Feuerwehr-Schutzanzug („Uniform“)
    • Brandschutz-Überkleidung
    • Feuerwehrstiefel
    • Wetterschutzjacke
    • Feuerlöscher
    • Handleuchte
    • Halligan-Tool (zur Not-Türöffnung)
    • Rettungsrucksack für Erstversorgungen
    • Digitales Funkgerät

    Hinzu kommt eine verschließbare Kiste, in der dreckige Einsatzkleidung verstaut wird. Diese wird z.B. genutzt, wenn die Kleidung nach einem Brandeinsatz mit Ruß und Rauchgas kontaminiert ist. Damit der (teilweise gesundheitsschädliche) Dreck nicht im Fahrzeug verteilt wird, kommt sie in die verschließbare Box. Die Einsatzkraft fährt anschließend zur Wache und kann sich frische Einsatzkleidung abholen.

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  • Ausrückeordnung
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    Werktags 07:00 - 17:00 Uhr

    • Ab Gruppenalarm stets in Verbindung zum 1-HLF20
    • Vorgeplant als Sicherheitstrupp


    Werktags 17:00 - 07:00 Uhr und am Wochenende

    • Erstversorgung ("First Responder")
    • Alarmzubringer zum jeweiligen Standort


    Ein alleiniger Einsatz der E-PKW außerhalb von First Responder-Einsätzen ist nicht vorgesehen.